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Archiv der Einträge: 01 Oktober, 2011
  • Behörde soll Heizkosten von Hartz- Betroffenen auch im Sommer zahlen

    NEURUPPIN - Das kommunale Jobcenter des Kreises soll die Heizkosten von Hartz-Betroffenen künftig auch dann bezahlen, wenn diese das Heizmaterial im Sommer kaufen. Das forderte die Linke am Donnerstag beim Kreistag.

    Bisher lehnt dies das Jobcenter ab, die Betroffenen bleiben auf den Kosten sitzen – oder klagen dagegen. Mit Erfolg: Ende Juli entschied das Sozialgericht Neuruppin, dass die vom Kreis eigenmächtig festgelegte Heizperiode von Oktober bis April unzulässig ist. „Laut dem Gesetz gibt es keine Heizperiode“, betonte denn auch Rico Ratschke. „Die Mieter sollten dann ihren Gastank füllen, wenn es günstig ist. Dann wird schließlich auch Steuergeld gespart.“ Denn das Heizmaterial sei im Sommer meist preiswerter als im Winter, sagte der Kyritzer Linke. Zudem gebe es in der Prignitz, in Oberhavel und in der Uckermark auch keine vom Amt festgelegte Heizperiode. „Dort werden die Kosten für Öl und Gas das ganze Jahr lang übernommen“, so Ratschke.

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  • Das neue Billiglohn-Modell: Werkverträge statt Leiharbeit

    Leiharbeit ist out - Werkverträge sind in. Kaum ist die Leiharbeit etwas besser reguliert, satteln immer mehr Arbeitgeber auf die Fremdvergabe an Dienstleistungsfirmen über Werkverträge um: billig, flexibel und unkontrolliert. Ein Drittel der Unternehmen ist bereits dabei. Immer mehr Unternehmen nutzen mittlerweile Werkverträge mit Industrie-Dienstleistungsunternehmen statt Leiharbeit, um Löhne zu drücken. Denn anders als Leiharbeit, wo ein Mindestlohn gilt und Gerichte die Billigtarife der sogenannten christlichen Gewerkschaften für unzulässig erklärt haben, sind industrielle Dienstleistungen auf Werkvertragsbasis derzeit noch unreguliert. Ein Freifahrtschein zur billigen und flexiblen Fremdvergabe.

    Werkverträge boomen: ein Drittel der Unternehmen dabei

    Das Geschäft mit den Dienstleistungen auf Werkvertrags-Basis boomt. Unternehmen, die aus ganz anderen Bereichen bekannt sind, sind dick im Werkvertrags-Geschäft. Der Baukonzern Bilfinger Berger macht mittlerweile 85 Prozent seines Umsatzes mit Industriedienstleistungen. Die Wisag, als Gebäudereinigungs-Unternehmen bekannt, baut mit ihrer Produktionsservice-Sparte Achsen für BMW und Porsche. Und die Dienstleister sind keine kleinen Buden: Der Branchenprimus Integrated Service Solutions (ISS), der zunehmend in die deutsche Automobilindustrie drängt, beschäftigt, weltweit 500 000 Menschen - kaum weniger als der Leiharbeits-Weltmarktführer Adecco.

    IG Metall-Umfragen zeigen, dass bereits ein Drittel der Unternehmen Werkverträge nutzt. Laut einer aktuellen Befragung in 40 Stahlbetrieben arbeiten dort mittlerweile acht Prozent der Beschäftigten auf Werkvertragsbasis. Und das nicht nur in Kantinen oder in der Gebäudereinigung. Sondern mittlerweile auch in qualifizierten Jobs in Kernbereichen wie der Instandhaltung. Dabei geht nicht nur Arbeit sondern auch jede Menge Know-How nach draußen, warnt Hannelore Elze, Leiterin des Stahl-Zweibüros der IG Metall. "Das Problem ist, dass viele unserer Betriebsräte bisher oft noch wenig darüber wissen, welche Industrie-Dienstleister tatsächlich schon im Werk sind, ob sie einen Betriebsrat haben oder ob dort ein Tarifvertrag gilt. Zudem haben Betriebsräte auch weniger Zugriffsrechte als bei der Leiharbeit."

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